Die Queerpastoral stellt die vielfältigen Lebenswirklichkeiten und Erfahrungen von queeren Menschen in den Mittelpunkt und ist sich dabei aber bewusst, dass diese sehr unterschiedlich sein können.* (* Ähnliches Erleben gibt es teilweise auch im Kreis von Frauen, weshalb Angebote der Frauen*pastoral oftmals auch für queere Menschen geöffnet sind.) "Queer" bezieht sich nicht nur auf sexuelle Orientierung, sondern auch auf geschlechtliche Identität. Menschen, die sich als queer identifizieren, hinterfragen oder lehnen oft die traditionellen Geschlechterkategorien von "männlich" und "weiblich" ab. Das bedeutet, dass sie sich nicht unbedingt mit dem Geschlecht identifizieren, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde, oder dass sie sich in keinem der binären Geschlechter (männlich/weiblich) zu Hause fühlen.
Queere Geschlechtsidentitäten können z. B. nicht-binär, genderfluid, genderqueer oder agender sein, was zeigt, dass Geschlecht vielfältig ist und nicht nur in starren Kategorien gedacht werden muss. Kirchliche Verlautbarungen zeichnen ein Menschenbild, welches die Aussage der gleichen Würde aller Personen benennt. Die Umsetzungen sind verschiedenweit gediehen. In Bezug auf die sexuelle Orientierung kann „queer“ Menschen umfassen, die z.B. schwul, lesbisch oder bisexuell sind. Queerpastoral bezeichnet eine seelsorgerische Praxis, die speziell auf die Bedürfnisse von queeren Menschen. Sie verbindet religiöse oder spirituelle Begleitung mit einem bewussten Verständnis und einer Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt.
In der Queerpastoral werden queere Menschen in ihrer jeweiligen Identität und Lebensweise wertgeschätzt und es wird ein möglichst sicherer Raum geschaffen, in dem sie ihre Spiritualität im Einklang mit ihrem Sein leben können. Ziel ist es, traditionelle religiöse Strukturen kritisch zu hinterfragen und inklusivere Wege für alle Menschen zu schaffen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität. Hier werden das Evangelium und die individuelle Existenz glaubwürdig miteinander verbunden. So bestärkt die Queerpastoral Menschen darin, selbstbewusst ihren Glauben und ihre Lebenserfahrungen, ihre Kompetenzen, Fragen und Spiritualitäten in die Kirche einzubringen und Geschlechtergerechtigkeit zu leben und zu fordern. Diese Aspekte bilden die Grundlage für die Entwicklung passender Angebote. Eine genaue Konzeption für Angebote und Inhalte der Queerpastoral im Erzbistum Freiburg steht noch aus. Auch Beauftragungen für diesen Arbeitsbereich sind noch nicht ausgesprochen.
Mehr Infos auch auf der zentralen Homepage der Arbeitsgemeinschaft der LSBTI*-Beauftragten der deutschen Diözese
https://queerpastoral.de/.
Flyer "Verschiedenheit wertschätzen" Arbeitsgrundlage